Grades im Metnitztal

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Der Markt Grades im Oberen Metnitztal liegt auf 864 m Seehöhe. Der großzügig angelegte Marktplatz mit einer geschlossenen Häuserfront ist der höchstgelegene Kärntens und wurde bereits im 12. Jhdt. auf einem Hochplateau 100m über dem Talgrund angelegt.

Marktwappen von Grades


Markt Grades im Sommer
Markt Grades im Winter

Sehenswürdigkeiten

Der Ort Grades hat neben der Pfarrkirche mit dem Ortsfriedhof auch eine sehr bekannte Wallfahrtskirche. Die Kirche
St. Wolfgang ob Grades ist als spätgotische Wehrkirche und mit dem Flügelaltar ein einzigartiges kunsthistorisches Juwel. Das Schloss Grades ist seit Jahren in Privatbesitz – Es sind Führungen gegen Voranmeldung möglich.

Zu erwähnen sind auch noch der Freskenzyklus „Die vier Jahreszeiten“ von Switbert Lobisser am Hause „Brunnwirt“,
St. Wolfgang-Straße 2.

Frühjahr
Sommer
Herbst
Winter

Vereinsleben

Wie auch in anderen ländlichen Gebieten, hat auch Grades ein lebendiges und aktives Vereinsleben.

Floriani Prozession
Das „Spatzennest“ bei der Kindermesse

Geschichtliches

Die Geschichte von Grades ist eng mit den Gurker Bischöfen und ihrem Stammsitz in Straßburg verbunden.

Die Anfänge von Grades reichen aber bis in die Antike zurück.

Bereits zur Zeit der Antike führte eine Straße von der ersten Hauptstadt Kärntens „Virunum“ aus über Friesach und die Gegend von Grades durchs Metnitztal nach Salzburg.

Marktplatz in den 1950er Jahren (Ansichtskarte)
Marktplatz Heute

Der Kärntner Geschichtsforscher Edmund Aelschker führt in seiner Geschichte Kärntens den Ort Grades schon als römische Siedlung unter dem Namen ,,Graviacum“ an. Über diesen Ort marschierten im vierten ]ahrhundert unserer Zeitrechnung in der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Julian dem Abtrünnigen und dessen Oheim Konstantius militärische Truppen von Salzburg her über den Radstätter Tauern und weiter über Grades, Virunum und Juenna in die Untersteiermark. Als überlieferte Denkmäler aus dieser Zeit finden sich ein römisches Grabrelief, eingemauert in der Turmhalle der Pfarrkirche. Dieses Grabrelief stellt in dieser Gegend eine große Seltenheit dar. Weiters der Sockel einer römischen Säule in der St. Wolfgangskirche, benutzt als Stufe vor der Sakramentnische.

Oben: Römisches Grabrelief
Unten: Sockel einer Säule

Der heutige Ortsname Grades, der nach der gleichnamigen Festung so bezeichnet wurde, geht in Anlehnung an das slawische „Grad“, das so viel wie Burg bedeutet, auf jene frühe Zeit unserer Landesgeschichte zurück, in der auch das Metnitztal noch von Teilen einer slawischen Bevölkerung besiedelt war.

 Im 9. Iahrhundert, hatte Zwentibold, der Ahnherr des Grafen Wilhelm II. von Zeltschach und Friesach, das Gebiet des späteren Marktes Grades in Besitz, nachdem er es aus den Händen Kaiser Arnulfs erhalten hatte. In der Folgezeit wurde dann Gräfin Hemma von Gurk Eigentümerin desselben; das ganze Metnitztal gehörte nun zum Ausstattungsgut des im Jahre 1043 von Hemma gegründeten Nonnenklosters und bald darauf des Bistums Gurk. Die laut einer Eintragung im Pfarrbuch der Pfarre St. Andrä zu Grades soll die Festung Grades (heute Schloss) unter Bischof Heinrich I. von Gurk
1167 – 1174 erbaut worden sein. Urkundlich erstmals Erwähnung findet sie im Jahre 1294. Die Festung (Schloss) liegt nördlich des heutigen Marktes auf der Höhe eines steilen Felsriegels, der nur durch eine Brücke mit dem Orte verbunden ist. Von hieraus wurde die Handelsstraße nach Murau überwacht und das Mautrecht gesichert. Die Klamm war zu der Zeit nicht passierbar und der Markt nur durch den „Hundsgraben“ (heute noch gebräuchliche Ortsbezeichnung) zu erreichen.

Die alte Feste Grades, von der die Sage berichtet, dass sie den Gurker Klosterfrauen nach Gründung des Bistums zum neuen Asyl geworden war, dürfte in Bezug auf ihre Entstehungszeit noch älter als Metnitz sein; sie wurde als bischöfliches Schloss im 17. Jahrhundert erneuert, wodurch die Burg ihre heutige Gestalt erhalten hat. Neben der Burg kam es schon im 13. Jahrhundert zur Entwicklung des hochgelegenen Marktes Grades, der auf einem sich quer über das Metnitztal hinziehenden Sattel, (Hochebene) hoch über dem Talboden entstanden ist.

Das Bild zeigt den Markt und das Schloss Grades aus der 1688 erschienenen Topographie Kärntens von J. W. Valvasor.

Durch die Blutbannverleihung König Rudolfs von 1280 erwarb auch das Bistum Gurk in Grades die volle Gerichtsbarkeit; so bestand schon Anfang des 14. Jahrhunderts ein Landgericht Grades, indem im Jahre 1302 die Klause (Klamm) unterhalb des Ortes durch Bischof Heinrich befestigt wurde, während 1338 auch schon ein Richter zu Grades genannt wird. Am 4. Juli 1346 wurden dem Markte Grades Vom Bischof Ulrich die althergebrachten Rechte der Bürger des Ortes, ,,wie solche auch die Bürger zu Straßburg besaßen“, bestätigt; er war auch mit einem Burgfried ausgestattet. Auf Grund dieses Privilegiums von 1346, demzufolge das Marktrecht von Grades im Gegensatz zum größten, dem Straßburger Stadtrecht, das kleinste an Umfang unter allen Kärntner Stadt- und Marktrechten ist, wurde der Marktrichter auf Vorschlag der Bürger vom Gurker Bischof eingesetzt.

Da der Markt auch die Kriminalgerichtsbarkeit besaß, verfügte er über ein Hochgericht, das der Überlieferung zufolge südöstlich des Ortes („Galgenbichl“ – die Ortsbezeichnung ist heute noch üblich) gestanden sein soll. Der Landrichter des Metnitztales, der in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zugleich Burggraf in Grades war, hatte seinen Sitz auf der alten Feste. zu Grades. Der sehr alte Markt Grades besitzt eine rechteckige Marktplatzanlage; die Pfarrkirche befindet sich am Ostende des Platzes. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde zum Schutze der Bevölkerung gegen die Türkeneinfälle die imposante Kirche St. Wolfgang als Wehrkirche in erhöhter und einsamer Lage südwestlich des Marktes erbaut und mit einer hohen Mauer umgeben. Sie ist nach Ginhart eine der vorzüglichsten, in der ursprünglichen Wirkung nahezu unversehrt erhaltenen spätgotischen Kirchenbauten Kärntens. Bis ins 19. Jahrhundert hinein bestand seit dem Mittelalter die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung dieses Gebietes neben Ackerbau und Viehzucht in einer regen und intensiven Kohlenbrennerei, die für die nahe gelegenen Eisenwerke den Brennstoff lieferte. Im Zuge der großzügigen Förderung industrieller Betriebe unter der Regierungszeit Maria Theresias war im 18. Jahrhundert zu Grades auch eine Seidenfabrik unter der Patronanz des Gurker Bischofs Grafen von Thun entstanden.

In unseren Tagen besitzt der Ort Grades vorwiegend historische Bedeutung wegen seines hohen Alters in einem Tale, das frühe Siedlungsplätze deshalb aufweist, weil es durch einen uralten Verkehrsweg ausgezeichnet ist, der unser Land über die trennenden Gebirgskämme der Tauern hinweg schon seit den ältesten Zeiten mit den benachbarten Ländern im Norden Kärntens verbunden hat.

Im Rahmen einer Strukturreform des Landes Kärnten im Jahre 1973 wurde die Gemeinde Grades mit der Gemeinde Metnitz zusammengelegt.

305 Einwohner (Stand 1. Jänner 2020) leben im und um den Markt. Die Kleinstrukturierte Landwirtschaft und die noch vorhandenen Gewerbebetriebe bieten kaum Arbeitsplätze, sodass die arbeitende Bevölkerung zum Auspendeln gezwungen ist bzw. vom „Land“ in die „Stadt“ abwandert.

Quellenverzeichnis

Dr. Karl Dinklage (1956)Heimatbuch des Bezirkes St. Veit/Glan