Markt Grades

Der Name Grades ist eine althochdeutsche Lehnnorm aus dem slowenischen gradisce = Burgstall.
Die über der schluchtartigen Talenge der Metnitz gelagerte Burg ließ vermutlich Bischof Heinrich I. von Gurk um 1173 erbauen. Südlich von ihr entwickelte sich der Ort mit der Kirche.
Seit 1346 Markt mit regelmäßiger Rechteckanlage und ebensolchem Platz.
Grades, Kärnten, Bezirk St. Veit an der Glan, Markt, 863 m, im Metnitztal nahe der steirischen Grenze.


Romanische Pfarrkirche St. Andrä aus dem 12. Jahrhundert, barock verändert.
Fresken aus dem 14. Jahrhundert, gotische Glasgemälde (Mitte des 14. Jahrhundert)
und Hochaltar (um 1680), Deckenfresken (1780).

Pfarrkirche St. Andrä

Die Pfarrkirche St. Andreas ist ein mittelgroßer, im Kern romanischer Bau mit starkem West-Turm,
flach gedecktem Schiff und tonnengewölbtem Rechteckchor.


Westlich von Grades Wallfahrtskirche St. Wolfgang
(1453-74, spätgotische Wehrkirche, bis 9 m hohe Wehrmauer), eine der prächtigsten Schöpfungen der Spätgotik in Kärnten, großer spätgotischer Flügelaltar (um 1520) mit reichem plastischen Schmuck.

Wallfahrtskirche St. Wolfgang Wallfahrtskirche St. Wolfgang

Eine Sehenswürdigkeit von Grades ist die spätgotische Wallfahrtskirche St. Wolfgang ob Grades. Die Kirche steht westlich von Grades auf einer kleinen Anhöhe. Sie wurde 1453-74 erbaut und wird von einer bis zu 9 m hohen Wehrmauer mit zahlreichen Schlüsselscharten umschlossen. Im Süden gibt es ein Torwächterhäuschen, an der Mauerecke im Südosten steht ein Haus, das zum Teil aus der Gotik stammt. Mit einem großen Flügelaltar (um 1520) ist die Kirche eine der beeindruckendsten Bauten der Spätgotik in Kärnten.


Schloss Grades (15. Jahrhundert) über der Metnitz, im 17. und 18. Jahrhundert erneuert,
im Saal Deckengemälde von J. Fromiller (1750-60), jetzt im Privatbesitz, nicht zugänglich!

Schloss Grades - im Privatbesitz Schloss Grades - im Privatbesitz

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte jedenfalls 1285. Sein heutiges Aussehen erhielt das Bauwerk durch Umbauten und Erweiterungen der romanischen Kernsubstanz im 15./16. Jahrhundert sowie im 17./18. Jahrhundert. Ursprünglich hatte die bischöfliche Verwaltung des oberen Metnitztales hier ihren Haupt- und Gerichtssitz, in dem der Burggraf die Funktion eines Truchsesses der Gurker Bischöfe ausübte. In der Mitte des 18. Jahrhunderts beherbergte das Schloss eine Seidentapetenmanufaktur beziehungsweise eine Tuchfabrik. Schloss Grades war nie als Lehen vergeben worden und blieb bis zum Ende des 20. Jh. im Besitz des Bistums Gurk und wurde zuletzt zeitweise als Erholungsheim für Kinder verwendet. Heute befindet sich das Anwesen in Privatbesitz.

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Pfarrkirche Feistritz ob Grades

Das waldreiche Berggebiet wurde erst spät besiedelt. Das obere Metnitztal wurde 1072 von Erzbischof Gebhard von Salzburg der Diözese Gurk geschenkt. Die Ortschaft Feistritz wurde im 11. Jh. besiedelt. Zur Verwaltung wurden von Gurk die Ämter Feistritz und Metnitz errichtet. 1346 erhielt Grades das Marktrecht, 1599 Metnitz.

Pfarrkirche Feistritz Pfarrkirche Feistritz

Die Pfarre St. Martin in Feistritz ob Grades wurde im Jahr 1131 erstmalig erwähnt.
In der Pfarrkirche sind ein spätgotischer Chor, ein Sterngewölbe an der Langhausdecke,
Fresken aus dem 18. Jh. und ein geschnitzter Engelluster zu sehen.

Pfarrkirche Feistritz

Erwähnenswert ist auch das "Heiland Aufziehen" in der Pfarre Feistritz ob Grades am Christi Himmelfahrtstag!


An der Straße nach Metnitz kommen Sie bei der Wallfahrtskirche Maria Höfl vorbei,
(gotisch, im 17. Jahrhundert erweitert) mit Glasmalereien (1420-30). Gehört zur Pfarre 9363 Metnitz!

Wallfahrtskirche Maria Höfl Wallfahrtskirche Maria Höfl - Altar

Die Filialkirche Maria Höfl an der Straße zwischen Metnitz und Grades ist seit dem 14. Jh. auch als Wallfahrtskirche bekannt. Der gotische Bau aus dem frühen 15. Jh. ist mit Kreuzrippengewölbe, einem Chor mit 5/8 Schluss und wuchtigen Strebepfeilern an der äußeren Südseite ausgestattet. Er besitzt eine westliche hölzerne Vorlaube sowie einen Dachreiter und eine spätgotische Sakristei im Norden. Im 17. Jh. fand eine Verlängerung des Kirchenschiffes nach Westen und eine Erweiterung durch zwei Seitenschiffe mit Stichkappengewölbe statt.
Berühmt sind die beiden gotischen Maßwerkfenster mit Glasgemälden von 1420 – 25, die in 16 Feldern verschiedene Heilige zeigen (nur der hl. Leonhard stammt von 1935). Um 1430 entstanden die Fresken im Chor, welche an der Südwand Reste einer Verkündigungsszene, an der Nordwand in einem Ornamentrahmen
die hll. Apollonia, Katharina und Radegundis zeigen. Im Zuge der letzten Renovierung wurde die originale barocke Farbigkeit im Chor wiederhergestellt.

Für Besichtigung kontaktieren Sie Bitte die Pfarre Metnitz - Marktplatz 7, 9363 Metnitz, Tel.: 04267/251,
Fax: 04267/251-4 oder per E-Mail: metnitz@kath-pfarre-kaernten.at


Erwähnenswert sind auch noch die Original Lobisser Gemälde am Haus "Brunnwirt" am Ortseingang.

Brunnwirthaus

Das so genannte "Brunnwirt-Haus" am Ortseingang von Grades im Metnitztal schmücken Fresken
von Switbert Lobisser, der in den 1920-er und 1930-er Jahren des vorigen Jahrhunderts Kärntens führender Landschaftsmaler und Holzschneider war.
Das Haus, auf dem die Fresken angebracht sind, steht nicht unter Denkmalschutz, es ist ein privates Gebäude.

Lobisser Gemälde - Frühling Lobisser Gemälde - Sommer
Lobisser Gemälde - Herbst Lobisser Gemälde - Winter

Die Fresken am "Brunnwirt-Haus" zeigen Alltagsszenen aus dem bäuerlichen Leben
im Bezug auf die vier Jahreszeiten.

S o m m e r :

Heilige Messen in der Wallfahrtskirche St. Wolfgang:
Ab dem zweiten Sonntag nach Ostern bis 31. Oktober (Wolfgangifest).
Beginn: 09.15 Uhr

W i n t e r :

Heilige Messen in der Pfarrkirche St. Andrä:
Jeden Sonntag nach dem 31. Oktober bis zum ersten Sonntag nach Ostern.
Beginn: 09.15 Uhr